Handlungsfeld 1: Wirtschaftsstandort Friedrichshain-Kreuzberg 2030

Die bewusste Vision für 2030, also über den aktuellen Förderzeitraum hinaus, soll verdeutlichen, dass innovatives, vorausschauendes, nachhaltiges und soziales Handeln benötigt wird in allem, was jetzt angeschoben wird.

Das vom Arbeitskreis 1 des BBWA (Wirtschafts- und Existenzgründerförderung) initiierte und von der Wirtschaftsförderung im Rahmen eines WDM-Projektes in Auftrag gegebene „Handlungskonzept für den Wirtschaftsstandort Friedrichshain-Kreuzberg“1 ist Grundlage für die thematischen Ziele des Handlungsfeldes 1.

Schwerpunkte:

  1. Bestandspflege/Existenzgründungen
  2. Gewerbeflächen sichern
  3. Stadtverträglicher Tourismus
  4. Fachkräfteentwicklung und -sicherung.

Das BBWA unterstützt durch sein Handeln Maßnahmen, die einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes leisten.

1Das Handlungskonzept wurde von der Regionomica GmbH im Rahmen eines WDM-Projektes verfasst.

1. Bestandspflege/Existenzgründung

Ziel ist es, durch geeignete Maßnahmen, die Standortbedingungen für bestehende Unternehmen zu erhalten bzw. zu verbessern und Existenzgründungen zu unterstützen. Hierbei sollte eine Konzentration auf strukturprägende Branchen, z.B. die Kreativwirtschaft, oder auf wirtschaftlich wichtige Standorte erfolgen.

Schwerpunkte:

  • Kooperative Unternehmens- und Beschäftigungsformen – (Weiter)Entwicklung von Netzwerkstrukturen; Erprobung und Aufbau von Modellen/formalisierten Netzwerkstrukturen, wie z.B. Teamgründungen, Inkubatoren, Arbeitgeber-zusammenschlüssen
  • Unterstützung von Unternehmensvernetzungen, Standortmarketing auch unter Einbeziehung von Immobilieneigentümern
  • Innovation fördern
  • Stärkung der Start-up-Landschaft
  • neue Kooperationen anstoßen – insbesondere auch unter Einbeziehung von Start-ups
  • Unterstützung von Share Economy und Sozialem Unternehmertum als wachsende Wirtschaftsfaktoren
  • Sicherung und Impulse für neue Wachstumspotenziale bei den etablierten Unternehmen
  • Erzeugung zusätzlicher Synergien durch Wissenstransfer und Zusammenarbeit zwischen „Old“ und „New Economy“
  • Unterstützung und Erschließung neuer Geschäftsfelder und neuer, innovativer Unternehmen, z.B. im Bereich neue Technologien und innovatives Handwerk (Energieeinsparung, Energieeffizienz)
  • Gründung 50+
  • Nachfolgesicherung
  • neue Geschäfts- und Beschäftigungsfelder, v.a. für Handwerksbetriebe und wohnortnahe Dienstleistungen

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2. Gewerbeflächen sichern

Ziel ist es, die im Bezirk vorhandene und ihn prägende Struktur des Nebeneinanders von Wohnen und Arbeiten - auch bekannt unter dem Begriff „Berliner Mischung“ - zu erhalten. Dringender Handlungsbedarf besteht für eine Vielzahl kleiner, eingestreuter Gewerbestandorte, die einem erhöhten Verdrängungsdruck unterliegen. Es sind Maßnahmen notwendig, um die Standortattraktivität und das kreative Image des Bezirkes zu bewahren.

Schwerpunkte:

  • Untersuchung der gefährdeten Gebiete und Anwendung von Instrumenten zur Sicherung von Flächen
  • Durch innovatives Immobilienflächenmanagement und konsequente Ansprache von Eigentümer/-innen wird auch perspektivisch die Nutzung öffentlicher Flächen neu bewertet und gegebenenfalls eine Umnutzung ermöglicht, um wachsende Betriebe im Bezirk halten zu können.

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3. Stadtverträglicher Tourismus

Die dynamische Entwicklung des Tourismus in den letzten Jahren beeinflusst nicht nur die lokale Gewerbestruktur, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner/-innen. Dadurch entstehende Nutzungskonflikte gefährden die vorhandene Tourismuswirtschaft und Arbeitsplätze. Ziel ist es daher, angemessene Schritte und Instrumente zum Umgang mit dem Tourismus im Bezirk zu entwickeln und umzusetzen.

Schwerpunkte:

  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit den touristischen Akteur/-innen (Runder Tisch Tourismus) sowie den regionalen und überregionalen Partner/-innen
  • Verstetigung des Labels „fair.kiez“
  • gezielte Unterstützung von Projekten zum stadtverträglichen Tourismus
  • Entwicklung von Lösungsstrategien neben ordnungsrechtlichen Einschränkungen
  • Monitoring zur touristischen Entwicklung
  • Qualitätssicherung
  • Förderung eines barrierefreien Tourismus

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4. Fachkräfteentwicklung und -sicherung

Insbesondere im Handwerk, im Handel, der Gesundheitswirtschaft und bei den sozialen Berufen deutet sich ein Fachkräfteengpass an oder ist schon zu verzeichnen. Ziel ist es, zusammen mit den Unternehmen geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um den Fachkräftebedarf langfristig zu decken.

Schwerpunkte:

  • Sicherung Azubinachwuchs durch praktische Berufsorientierung mit Blickwinkel auf den 1. Arbeitsmarkt
  • Beratung von Unternehmen (Erschließung von neuen Beschäftigungspotenzialen)
  • Gestaltung des demografischen Wandels in den Unternehmen

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